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Zum "Deutschen Requiem" von Johannes Brahms:
Der Kirchenchor „Cäcilia“ an St. Remigius Viersen, die „Kurrende Viersen“ und die Kantorei der evangelischen Kreuzkirche gaben ein beeindruckendes Konzert: das „Deutsche Requiem“ von Johannes Brahms.
VON HEIDE OEHMEN
Viersen. Spürbar erleichtert und glücklich nahm Kantor Thorsten Konigorski den begeisterten Beifall in der lückenlos gefüllten Viersener Pfarrkirche St. Remigius entgegen. Hatten doch er und seine Chorgemeinschaft, unterstützt von einem exzellent musizierenden Orchester und bemerkenswerten Solisten, eine Mammut-Aufgabe bewältigt – die beeindruckende Wiedergabe des „Deutschen Requiem“ von Johannes Brahms, eines der anspruchvollsten Werke der romantischen Chorliteratur, dessen Texte der Komponist aus Bibelzitaten wählte.
Dem Remigius-Kantor war es im Laufe der mehrmonatigen Probenarbeit gelungen, seinen Kirchenchor „Cäcilia“ an St. Remigius, die „Kurrende Viersen“ und die Kantorei der Kreuzkirche (einstudiert von Daniel Plöhn, der im Konzert den Orgelpart übernahm), zu einem homogenen Klangkörper zu verschmelzen. Die überaus aufmerksamen Sängerinnen und Sänger zeichneten sich durch plastische Deklamation, Durchhörbarkeit der Stimmen und bestechende Intonationssicherheit aus.
Allen voran die leuchtenden Soprane, die bis zum Schluss des Konzerts keinerlei Ermüdungserscheinungen zeigten und selbst extreme Höhen sicher erreichten. Dank des federnden und immer chordienlichen Dirigats wirkten die Vokalisten niemals verkrampft, selbst nicht im recht breit genommenen „Denn alles Fleisch es ist wie Gras“ oder der Kräfte zehrenden Fuge „Der Gerechten Seelen sind in Gottes Hand“, in der Konigorski ein paar rhythmische Wackler schnell im Griff hatte.
Mit dem „Sinfonischen Collegium Essen“ hatte man ein Orchester verpflichtet, das sich als anpassungsbereit erwies und weitgehend selbständig zu agieren im Stande war. Mit prachtvoller Klangentfaltung (Oboen und Celli vor allem!) hatte es maßgeblichen Anteil am guten Gelingen. Martin Krasnenko gestaltete mit raumgreifendem, weder in der Höhe noch in der Tiefe verengtem Bariton von einnehmenden Schmelz und fesselnder Aussagekraft seine Soli.
Zum Gipfelpunkt der Aufführung geriet der fünfte Satz. „Ihr habt nun Traurigkeit, aber ich will Euch wiedersehen“ sang Ulrike Mertens mit solch verinnerlichtem, dabei höhensicherem Sopranglanz – ohne ins Süßliche abzugleiten – dass der kommentierende Chor gar nicht anders konnte als dieser Gesangskultur zu entsprechen.
Rheinische Post vom 01. November 2006.
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