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Serge Schoonbroodt am 04. März 2007:
Viersen – Die bekannte Wendung “Wie der Vater so der Sohn” bewahrheitet sich im familiären Kreis des Belgiers Serge Schoonbroodt. Als Organist tritt er in die Fußstapfen seines Vaters Prof. Hubert Schoonbroodt, und wie dieser reiste er nun nach Viersen, um in der Pfarrkirche St. Remigius die Orgel zu bespielen – wenn auch 20 Jahre später. Remigiuskantor Thorsten Konigorski begrüßte den Interpreten mit persönlichen Worten und konnte sich mir diesem über einen relativ guten Besuch freuen.
Serge Schoonbroodt konzentrierte sich in der Literaturauswahl auf Werke des 16. bis 18. Jahrhundert und stellte diesen eindrucksvoll zwei eigene Werke als Zeugnis der Moderne gegenüber. Der 1971 geborene Musiker eröffnete sein Konzert im kräftigen und leuchtenden Spiel zu Walthers Partita “Jesu, meine Freude”. Gekonnt kristallierte er das Thema in verschiedenen Stimmlagen variierend heraus und überzeugte sogleich mit einer lebendig entfalteten Dynamik. Der Auftakt bewies ein gewandtes, versiertes Spiel, das den gesamten Abend beherrschen sollte. Mit Werken von Byrd, Buxtehude und Speth reizte Serge Schoonbroodt die Aufmerksamkeit mit Gegensätzen zwischen voll klingendem Orgelspiel und fein gesponnnenen Klangbildern in durchweg klar strukturierten Interpretationen. Mit dem eigenen Stück “Mobil” nach Callder entführte der Organist in experimentelle Klangerlebnisse. Kurze Sequenzen besaßen einen fragenden Charakter, während anhaltende und doch oft flirrende Töne sinnend nachwirkten. Der Absolvent des Königlichen Konservatoriums in Brüssel studierte auch Gesang an der Schule der Notre-Dame-Kathedrale in Paris. In einer “vokalen Improvisatioen” verband Schoonbroodt die beiden Bereiche. Zu Grignys “Ave maris stella” wechselte er zuvor zwischen dem Gesang mit gregorianischer Melodik und solistischem Orgelspiel in französisch barocker Manier.
Mit der kunstvollen Durchführung von Bachs “Passacaglia con Fuga in c-Moll” schenkte er seinen Zuhörern einen schönen Abschluß. Als Dank für den Beifall versprach der Belgier im sehr guten Deutsch den Zuhörern eine Zugabe.
Rheinische Post vom 07. März 2007.
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