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"Vox trifft Sax" am 05. Februar 2006:
Von HEIDE OEHMEN
VIERSEN. Daß man mit wenig Aufwand zu Herzen gehende Musik machen kann, zeigte das gut besuchte “Improvisationskonzert” in St. Remigius. Das Vocalensemble “Capellisssimo”, vier Sängerinnen und drei Sänger, und der Saxophonist Herbert Holtemeyer (Kempen) hatten sich zusammengefunden, um in der unüblichen Konstellation Stimme und Saxophon – soweit es den Instrumentalpart anbelangte – sich der Intuition des Augenblicks hinzugeben. “Wir haben uns zwar abgesprochen, aber so wie heute klang es noch nie”, erklärte der einzige Tenor des Septetts der mit sparsamer Gestik umsichtig für Übereinstimmung sorgte.
Holtemeyer stand eine reiche Palette an originellen Einfällen zu Gebote, nicht nur in seiner knapp gefassten, einfühlsam vorgetragenen “Freien Improvisation”. Auch beim Vorbereiten der unterschiedlichen Chorsätze und beim Umspielen derselben steuerte er Animierendes und Stilsicheres bei. Die sorgsam aufeinander abgestimmten Choristen wirkten trotz vokaler Kompetenz in den überwiegend meditativen Kompositionen recht introvertiert. Blickkontakte zum Publikum, unabdingbar, um bei den Zuhörern anzukommen, waren weitgehend Mangelware. Darüber hinaus sollten die Damen wie die Herren über einheitliche Kleidung nachdenken – auch die Optik ist wichtig. Mehr als die Werke aus dem 16. Jahrhundert lag den Interpreten Maurice Duruflé – dessen “Notre Père” geriet ganz vortrefflich. Mit “Somewhere over the rainbow” von G. Ziemann waren die Sänger – sehr gekonnt und nun lockerer – bei Beschwingtem angelangt. Als Reverenz an den vor 100 Jahren geborenen Dietrich Bonhöfer fügten sie zwei Strophen des bekannten “Von guten Mächten” in einer selten zu hörenden Vertonung ins Programm ein, und bei dem abschließenden “Der Mond ist aufgegangen” waren die Besucher gebeten, mitzusingen. Nach reichem Applaus verabschiedeten sich die Gäste mit einem “Irischen Segenswunsch.”
Rheinische Post vom 08. Februar 2006.
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