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Stephan E. Wehr am 05. Dezember 2004:
Von ANGELA WILMS-ADRIANS
VIERSEN. Olivier Messiaen als der spirituellste unter den gewählten Komponisten bildete mit seiner Musik den Rahmen zu Stephan Wehrs Orgelkonzert in der Pfarrkircher St Remigius. Der Viersener Musiker, Dozent an der Musikhochschule in Köln, gab seinem Konzert mit überwiegend marianischen Themen vielfach besinnende Züge. Diese waren ein schöner Impuls zur Ruhe in der Zeit der adventlichen Erwartung
Der Interpret wählte sowohl Werke alter Meister wie auch moderne Stücke, die alte Themen reflektieren. Zur Bereicherung wirkte die Choralschola an St. Remigius mit und ermöglichte den wechselweisen Vortrag von Orgel und Choralschola.
Wehr eröffnete sein Programm mit Messiaens “La Vierge et L’Enfant” und lotete geschickt Ruhe und Spannungsmomente in differenzierter Farbigkeit aus. Mit Paul Hofhaimers “Salve Regina” wählte er eines der ältesten Werke der Orgelmusik. In der Registrierung nahm er den schnarrenden Klang der damaligen Blasinstrumente auf, wie auch den ruhigen Ton des Dudelsacks oder den hellen der Flöte. Die Choralschola formte im klaren Vortrag eine schöne Antwort. Der Zeitsprung ins 20. Jahrhundert zu Schroeders Choralvorspiel “Es flog ein Täublein weiße” gelang als homogene Fortsetzung. In feiner Sprache ließen Organist und Sänger den Bezug auf altdeutsch geistliche Volkslieder transparent werden. Zu Hindemiths “Sonate über alte Volkslieder” gestaltete Wehr die langsamen Sätze eher schlicht und ließ den mittleren Satz in einen sanften Dialog mit Gisela Wehrs Flötenspiel münden. Den Schluß setzte er hell und bewegt an.
Kraft und Ruhe strahlten die Männerstimmen zu Scheidemanns “Magnificat” aus dem 17. Jahrhundert aus. Der Organist nahm diesen Ausdruck auf. Sachte kristallisierte er Gegensätze heraus und stufte feinfühlig die Sequenzen ab.
Nach der konsequenten Durchführung der Bach “Fuge sopra Magnificat” pro organo pleno schloss Stephan Wehr den Kreis und servierte mit “Dieu parmi nous” erneut einen Satz aus Messiaens “La Natavité du Seigneur”. Zugleich bot er damit ein großes Finale, das das Ereignis der Geburt pries. In farbiger Registrierung entfaltete der Organist ein elektrisierendes Spiel als Kontrast zum zuvor eher besinnenden Ausdruckt. Die Besucher dankten mit herzlichem Beifall.
Rheinische Post vom 08. Dezember 2004.
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