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Bernd Scherers am 18. Oktober 2009
VON GERT HOLTMEYER
VIERSEN Mit einem interessanten, abwechslungsreichen Programm kam der frühere Studienrat und heutige Musik-Professor der Universität Flensburg Bernd Scherers in die Remigiuskirche. Der promovierte Musikwissenschaftler sowie Organist mit A- Examen und künstlerischer Reifeprüfung stellte Werke von acht verschiedenen Komponisten vor, darunter vier französische, ein deutscher, ein belgischer, ein englischer und ein amerikanischer.
Es begann mit heiterer geistlicher Musik – nicht notwendig ein Widerspruch in sich, wie man hören konnte. Der 17 Jahre vor Bach geborene Couperin schrieb neun sehr kurze, in Tempo und Registrierung deutlich voneinander abgesetzte Gloria-Versetten, deren heitere Grundstimmung von Scherers treffend zum Ausdruck gebracht wurde.
Bachs Choralbegleitung „Schmücke dich, O liebe Seele” ist nicht einfach zu spielen. Während auf einem Manual der ,cantus firmus’ auszuführen ist, wird auf einem zweiten eine zweistimmige Begleitung zum Klingen gebracht. Unabhängig davon werden die Pedale für die durchlaufende Bass-Stimme eingesetzt. Der Flensburger Musiker hatte damit keine Probleme.
In der zweiten Sonate von Guilmant unterstrich Scherers den romantischen Charakter durch entsprechende differenzierte Registrierung. Derart subtile Klangfarben hätte man sich auch in Cesar Francks H-Dur-„Cantabile” gewünscht. Hier blieb das Gesangliche unter den etwas robust gewählten Registern ein wenig versteckt.
Spanisch-folkloristisches Kolorit wurde temperamentvoll mit dem Bolero aus dem g-Moll Konzert von Lefebure-Wely zum Klingen gebracht. Schmetternde Trompetenregister verliehen dem Menuett des Engländers Alfred Hollins Glanz und eine an Händel erinnernde geradezu barocke Lebensfreude.
In die Stilistik des 20. Jahrhunderts führte das elegische Adagio des Amerikaner Samuel Barber. Scherers wählte Register, die sich zu Recht an der Originalfassung für Streichquartett orientierten. Für den wirkungsvollen Schluss sorgte ein Konzertstück (op. 52 a) des Belgiers Flor Peeters, das sich stilistisch an verschiedenen, vor allem französischen Vorbildern orientierte. Auf den anerkennenden Zufall reagierte Scherers mit einer Zugabe von ruhigem Zuschnitt, dem „Interludy” des Briten Percy Fletcher.
Rheinische Post
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