Startseite » Presse » Gedenkkonzert für Dietrich Buxtehude
Buxtehudekonzert am 2. September 2007:
VIERSEN Dem wichtigsten Vertreter des Norddeutschen Barock, Dietrich Buxtehude, dessen 300. Todestag die Musikwelt in diesem Jahr begeht, widmete die Evangelische Kantorei Viersen ein vielfältiges, allerdings ein wenig zu lang geratenes Gedenkkonzert. Kantor Daniel Plöhn hatte die „Kurrende Viersen“ (Einstudierung Thorsten Konigorski) zur Mitwirkung gewonnen und diese Chorgemeinschaft auf Homogenität, klare Diktion und lebendige Gestaltung verpflichtet. Einige hoch motivierte und stilgerecht musizierende Mitglieder des „Sinfonischen Collegiums Essen“ bildeten mit bemerkenswertem Wohlklang den instrumentalen Unterbau – aufmerksam unterstützt von Thorsten Konigorski am Orgelpositiv. Der Remigius-Kantor lockerte darüber hinaus die Vortragsfolge mit einigen Solobeiträgen an der Emporenorgel auf.
Informationen über die Gesangssolisten Anja Dewey (Sopran), Esther Borghorst (Alt), Immo Schröder, (Tenor) und Matthias Zimgerle (Bass) fehlten leider im Programmheft. Schade, denn alle vier machten ihre Sache ausgezeichnet – sieht man einmal von der etwas unausgeglichenen Stimmführung des angenehm timbrierten Tenors ab. Vor allem Anja Dewey ist zu loben, hatte sie doch namentlich in ihren Solokantaten „Herr, auf Dich traue ich“ und „Also hat Gott die Welt geliebet“ umfangreiche Aufgaben zu erfüllen, denen sie mit ihrem ebenmäßigen, schlackenreinen Sopran bestens gerecht wurde.
In der auch für kleinere Chöre empfehlenswerten „Missa beati omnes in B“ von Valentin Rathgeber ließ – neben dem präsenten Chor – der funkelnde, profunde Alt von Esther Borghorst aufhorchen, den man gerne in einer umfangreicheren Partie hören würde.
Die abschließende beliebte Kantate „Alles was ihr tut“ zeigte noch einmal den Einfallsreichtum des seinerzeit vornehmlich an der Lübecker Marienkirche wirkenden Barockmeisters, der nicht zuletzt Johann Sebastian Bach entscheidend prägte. Chor, Orchester, Solosopran und der großartige Bass von Matthias Zangerle, vereinigten sich hier, von Daniel Plöhn umsichtig geführt, zu animierendem Musizieren.
Rheinische Post vom 5. September 2007.
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