Startseite » Presse » Bilingualer Hörgenuss in St. Remigius
Wolfgang Schwering am 18. November 2007:
VON ELFIE VOMBERG
VIERSEN Deutlich artikuliert kommen die Töne hervor. Mal gesäuselt, mal geprescht – aber nie unverständlich breiten sich die Klänge im Kirchenschiff aus. Kein Wunder, denn Wolfgang Schwering bewies beim Orgelkonzert in St. Remigius sein Talent als Dolmetscher. Er verband die französische Orgel mit englischen Werken, so dass das Publikum in einen bilingualen Hörgenuss kam.
Der Xantener Organist setzte mit seinem musikalischen Programm in der frühen Orgel- und Virginalmusik des 14. Jahrhunderts an und endete mit Werken aus der Gegenwart. Die Besonderheit: Die Kompositionen stammten allesamt aus England. Die Überlieferung englischer Orgelmusik setzte im 14. Jahrhundert mit den Tabulaturfragmenten des Robertsbridge Codex ein. Und genau dort knüpfte auch Organist Wolfgang Schwering sein chronologisch angeordnetes Programm an. Doch so ganz exotisch war die Kombination zwischen französischer Orgel und englischen Stücken auch wieder nicht, denn der Robertsbridge Codex ist beispielsweise nach französischem Vorbild im 14. Jahrhundert entstanden.
Für die rund 30 Zuhörer gestaltete sich diese wohlklingende Sprachlektion als spannende Zeitreise durch die englische Orgelmusik. Von virtuoser und expressiver Musik bis hin zur glänzenden „Voluntary“ – langweilig wurde es beim Orgelkonzert in St. Remigius nie. Wolfgang Schwering griff nämlich nicht nur sakrale Orgelwerke auf, sondern ebenfalls Konzertliteratur.
Der 54-Jährige Organist bewies bei diesem Epochen- und Stilwechsel seine Qualitäten als Dolmetscher und führte sein Publikum auf der französischen Orgel sicher durch die Werke der englischen Komponisten.
In der Reihe „Kirchenmusik an St. Remigius“ werden am Sonntag, 9. Dezember, ein Streichensemble sowie Alt-Viersener Kirchenchöre die „Geistliche Abendmusik“ bestreiten.
Rheinische Post vom 21. November 2007.
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